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ASUS A7M266-D (AMD 760MPX, Dual Socket A) Review - 5/8
13.09.2002 by holger
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Das Bios des A7M266-D
Auch das Bios des ASUS zeigte sich nicht ganz ausgereift: Es ließ sich beispielsweise der COM1-Port nicht abschalten, obwohl der Port im Bios auf „disabled“ eingestellt war. Einen weitaus heftigeren Schnitzer erlaubt sich ASUS jedoch bei der Einstellung „System Performance“. Wird diese Option auf „Turbo Mode“ gesetzt, so werden die Parameter „Delayed Transaction“, „PCI to DRAM Prefetch“ sowie „AGP to DRAM Prefetch“ auf „enabled“ gesetzt. Mittlerweile dürfte jedem klar sein, dass „Delayed Transaction“ berühmt und berüchtigt dafür ist, Probleme zu verursachen (auf dem KT133A führte diese Option unter anderem zu Datenverlusten, die wir jedoch auf unserem Testkandidaten nicht reproduzieren konnten), sogar ASUS Deutschland wünscht sich diese Option nicht mehr im Bios;-)


Still under construction?

Weitere Ungereimtheiten traten im Zusammenhang mit der Option „CPU Overheat Throttle“ auf, die standardmäßig auf „disabled“ gesetzt ist. Einen Throttle-Modus der durch die CPU-Logik gesteuert wird, beherrscht nämlich nur der P4, der aber nicht auf das A7M266-D passt;-). ASUS versicherte uns jedoch, dass damit nicht C.O.P. gemeint sei, das per default deaktiviert sei – doch wie und was „CPU Overheat Throttle“ ist, konnte man uns nicht erklären. Im Bios wird folgende Erklärung angeboten:

Zitat: „If this option was enabled, CPU would begin throttling while the CPU temperatures were higher than 85 °C”.
Also machten wir uns auf die Suche nach dem ominösen Feature und wurden in den „AMD Athlon XP Tech Docs“ http://www.amd.com/us-en/assets/content_type/white_papers_and_tech_docs/25175.pdf fündig. Dort findet sich in Kapitel 4 auf den Seiten 10-11 folgende Erklärung. Zitat:
“Power Management Chapter 4
Stop Grant States
The processor enters the Stop Grant state upon recognition of assertion of STPCLK# input. After entering the Stop Grant state, the processor issues a Stop Grant special bus cycle on the AMD Athlon system bus. The processor is not in a low-power state at this time, because the AMD Athlon system bus is still connected. After the Northbridge disconnects the AMD Athlon system bus in response to the Stop Grant special bus cycle, the processor enters a low-power state dictated by the CLK_Ctl MSR. If the Northbridge needs to probe the processor during the Stop Grant state while the system bus is disconnected, it must first connect the system bus places the processor into the higher power probe state. After the Northbridge has completed all probes of the processor, the Northbridge must disconnect the AMD Athlon system bus again so that the processor can return to the low-power state. During the Stop Grant states, the processor latches INIT#, INTR, NMI, SMI#, or a local APIC interrupt message, if they are asserted.
The Stop Grant state is exited upon the deassertion of STPCLK# or the assertion of RESET#. When STPCLK# is deasserted, the processor initiates a connect of the AMD Athlon system bus if it is disconnected. After the processor enters the Working state, any pending interrupts are recognized and serviced and the processor resumes execution at the instruction boundary where STPCLK# was initially recognized. If RESET# is sampled asserted during the Stop Grant state, the processor exits the Stop Grant state and the reset process begins.

There are two mechanisms for asserting STPCLK#—hardware and software.
The Southbridge can force STPCLK# assertion for throttling to protect the processor from exceeding its maximum case temperature. This is accomplished by asserting the THERM# input to the Southbridge. Throttling asserts STPCLK# for a percentage of a predefined throttling period: STPCLK# is repetitively asserted and deasserted until THERM# is deasserted.”
Auf die Betrachtung des softwareseitigen Verfahrens wollen wir an dieser Stelle verzichten. Zusammenfassen lässt sich sagen, dass die Southbridge Throttling beim Erreichen eines definierten Temperaturniveaus aktivieren kann! Laut dem Hinweis im Bios liegt die maximale Temperatur bei 85 °C. Nun stellte sich die Frage, ob nicht 85 °C ein wenig hoch gegriffen sind, denn laut AMD-Pager liegt die maximal zulässige Temperatur für den MP 2000+ bei 90 °C. Anders gefragt: Bei welcher Temperatur greift dann der Overheat-Protection-Mechanismus, der von AMD propagiert wird? Dazu findet man im selben Paper folgende Erklärung:
Zitat, Kapitel 7, Seite 38:
“Table 15. Guidelines for Platform Thermal Protection of the Processor

Symbol Parameter Description Max Units Notes
T SHUTDOWN Thermal diode shutdown temperature for processor protection 125 °C 1, 2, 3
SD_DELAY Maximum allowed time from T SHUTDOWN detection to processor shutdown 500 ms 1, 3

Notes:
1. The thermal diode is not 100% tested, it is specified by design and limited characterization.
2. The thermal diode is capable of responding to thermal events of 40°C/s or faster.
3. The AMD Athlon™ XP processor model 8 provides a thermal diode for measuring die temperature of the processor. The processor relies on thermal circuitry on the motherboard to turn off the regulated core voltage to the processor in response to a thermal shutdown event. Refer to AMD Athlon™ Processor-Based Motherboard Design Guide, order# 24363, for thermal protection circuitry designs.”
ASUS’ Overheat-Protection “C.O.P.” basiert auf dem von AMD empfohlenen Verfahren, im Umkehrschluss kann davon ausgegangen werden, dass der Schutzmechanismus bei maximal 125 °C greift, wobei die maximale Zeit zwischen dem Erkennen und dem Shutdown höchstens 500 ms beträgt.
Ausprobieren mochten wir den Throttling-Mode jedoch nicht, dafür waren uns unsere MPs dann doch zu kostbar. Die internen Sensoren der MPs, die ebenfalls auf dem Palomino-Core basieren, werden jedenfalls nicht zum Monitoring der Temperatur benutzt. Dieser Schluss ist deshalb zulässig, da Temperaturschwankungen auf Lastveränderungen viel zu träge reagierten.
Ein weiterer leidiger Punkt, gerade bei Dual-Plattformen, ist das Fehlen des S3-Modus, da das Kerlchen bei Nichtbenutzung eine nicht zu unterschätzende Lärmemission entwickelt. Da das MSI-K7D Master-L den S3 problemlos beherrscht, sollte es ASUS ebenfalls möglich sein, diesen in zukünftigen Bios-Versionen zu implementieren.

Weiter: 6. Stabilität und Kompatibilität

1. Die Ausstattung des Asus A7M266-D
2. Resourcen und PCI Performance
3. Layout
4. Jumper oder jumperless
5. Das BIOS und der Throttle-Modus
6. Stabilität und Kompatibilität
7. Benchmarks
8. Fazit

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