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MSI K9N SLI Platinum (NVIDIA nForce 570 SLI) im Test - 1/17
04.09.2006 by doelf
Der komplette Artikel als Druckversion

UPDATE 21.09.2006:
Die SLI-Benchmarks im Zusammenspiel mit zwei GeForce 7900 GT basierenden Grafikkarten sind fertig! Zudem haben wir die 3D-Performance natürlich auch mit einer einzelnen GeForce 7900 GT überprüft:
AM2-Mainboards im Test - Die SLI Benchmarks




Am vergangenen Dienstag starteten wir unsere Testserie aktueller AM2-Mainboards mit dem ASUS M2N32-SLI Deluxe WiFi, welches NVIDIAs Premium-Chipsatz nForce 590 SLI verwendet. MSIs K9N SLI Platinum musste hingegen nachsitzen, da ein neues BIOS eintraf, welches von uns festgestellte Probleme im Betrieb mit vier Speichermodulen beheben sollte. Wir haben daher acht weitere Tage in Speicher und Stabilitätstests investiert und - soviel vorweg - es hat sich gelohnt. Das MSI K9N SLI Platinum ist im Zusammenspiel mit dem BIOS 1.3 empfehlenswert.


Fotostrecke mit weiteren und größeren Fotos...

Für detaillierte technische Hintergründe verweisen wir auf unsere Launchartikel zu AMDs AM2 Prozessoren und NVIDIAs nForce5 Chipsätzen. Einen Leistungsvergleich Sockel 939 vs. AM2, der mit dem MSI K9N SLI Platinum durchgeführt wurde, sowie wichtige Anmerkungen zu Besonderheiten beim Arbeitsspeicher auf dem Sockel AM2 haben wir bereits im Rahmen des Auftaktartikels dieser Testserie zum ASUS M2N32-SLI Deluxe WiFi veröffentlicht. Wir fassen die wichtigsten Punkte an dieser Stelle in aller Kürze zusammen, für weiterführende Informationen solltet ihr in den oben genannten Artikeln nachschlagen.

Die fünfte nForce Generation
Die neuen Medien- und Kommunikations-Prozessoren - also die Chipsätze - des amerikanischen Herstellers NVIDIA formieren sich als nForce 500 Familie und umfassen derzeit vier Varianten:

  590 SLI 570 SLI 570 Ultra 550 MCP
LinkBoost ja nein nein nein
SLI 2x x16 2x x8 nein nein
PCIe Lanes 46 28 20 20
PCIe Links 9 6 5 5
SATA 3 Gb/s Laufwerke 6 6 6 4
ATA133 Laufwerke 2 2 2 2
RAID Modi 0,1,0+1,5 0,1,0+1,5 0,1,0+1,5 0,1,0+1
MediaShield ja ja ja ja
Gigabit-LAN 2 2 2 1
FirstPacket ja ja ja nein
DualNet Teaming ja ja ja nein
USB 2.0 Ports 10 10 10 10
PCI Slots 5 5 5 5
HD Audio ja ja ja ja

Die wesentlichen Neuerungen im Vergleich zur nForce 4 Familie sind zwei Gigabit-LAN Anschlüsse, High-Definition Audio sowie sechs Serial-ATA 3 Gb/s Ports. Im Gegenzug spart NVIDIA einen ATA133-Anschluss ein.

Beim Vergleich von nForce 590 SLI und 570 SLI fällt auf, dass der 570 SLI in Sachen Funktionalität der Southbridge des nForce 590 SLI gleicht. Es handelt sich beim 570 SLI um eine Single-Chip Lösung, die den Grafikkarten 16 PCI-Express Lanes zur Verfügung stellt. Werden zwei Grafikkarten im SLI-Betrieb gekoppelt, so erhält jede Grafikkarte lediglich 8 PCI-Express Lanes, was sich in der Praxis jedoch nicht allzu sehr auswirkt. Beim nForce 590 SLI erhalten beide Grafikkarten volle 16 PCI-Express Lanes, da hier die Northbridge weitere 16 Lanes verwirklicht. Ein weiterer Unterschied zwischen den beiden Chipsätzen ist die "LinkBoost-Technologie", welche nur der nForce 590 SLI bietet. Beim Einsatz eines NVIDIA Grafikprozessors der aktuellen Spitzenklasse hebt der 590 SLI die Taktraten von PCI-Express- und HyperTransport-Anbindung um 25 Prozent an, damit steigt die Bandbreite von 8 auf 10 Gb/s. Allerdings ist der praktische Nutzen gering, da diese Bandbreite derzeit noch nicht ausgelastet wird.

DDR2-800 und der Timing Mode
AMDs "BIOS and Kernel Developer's Guide for AMD NPT Family 0Fh Processors" gibt für den Speicher-Controller der aktuellen AM2-Prozessoren erfreulicherweise den DDR2-800 Betrieb mit vier Speicherriegeln frei. Allerdings wird bei 400 MHz Speichertakt (DDR2-800) kein Timing Mode von 1T unterstützt - die berühmte und berüchtigte 1T Command Rate führt im Zusammenspiel mit DDR2-800 Speicher daher fast immer zu Instabilitäten.

Speicher A1+B1 A2+B2 Timing
DDR2-400 - belegt 1T
DDR2-400 belegt belegt 2T
DDR2-533 - belegt 1T
DDR2-533 belegt belegt 2T
DDR2-667 - belegt 1T
DDR2-667 belegt belegt 2T
DDR2-800 - belegt 2T
DDR2-800 belegt belegt 2T

Speichertakt: Von Wünschen und Tatsachen
Mit der Steigerung des Speichertaktes auf bis zu 400 MHz (DDR2-800) bekam der Speichercontroller der AM2-Prozessoren mit seinen ganzzahligen Teilern ein Problem: Die Taktraten der verschiedenen Prozessoren lassen zumeist nicht den vollen Takt von DDR2-533, DDR2-677 und DDR2-800 zu. Doch wie kommt man an den Multiplikator? Man nehme den CPU-Takt und teile ihn durch den gewünschten Speichertakt. Hat dieses Ergebnis Nachkommastellen, rundet AMD immer zum nächsthöheren, ganzzahligen Wert auf (Ceil-Funktion). Dieser Wert ist der Multiplikator. Da der Multiplikator aufgerundet wird, kommt es bei zahlreichen Konfigurationen zu einem niedrigeren Speichertakt als gewüscht.

Ein Beispiel: Da alle X2 3800+ Modelle mit 2 Ghz arbeiten, kommen sie perfekt mit DDR2-400, DDR2-667 und DDR2-800 zurecht, lediglich bei DDR2-533 fehlen 16 MHz auf den Wunschtakt:

  • CPU-Takt 2000 MHz:
    • DDR2-400 gewünscht: 2000 / 200 = 10
      => tatsächlicher Speichertakt: 2000 / 10 = 200 MHz (DDR2-400)
    • DDR2-533 gewünscht: 2000 / 266,66 = 7,50
      => tatsächlicher Speichertakt: 2000 / 8 = 250 MHz (DDR2-500)
    • DDR2-667 gewünscht: 2000 / 333,33 = 6
      => tatsächlicher Speichertakt: 2000 / 6 = 333 MHz (DDR2-666)
    • DDR2-800 gewünscht: 2000 / 400 = 5
      => tatsächlicher Speichertakt: 2000 / 5 = 400 MHz (DDR2-800)

Die im 65 nm Prozess gefertigten Modelle beherrschen halbe Teiler für den Prozessortakt. Zur Einführung dieser Prozessoren Ende 2006 hatten wir AMD die Frage gestellt, ob diese halben Teiler auch für den Speichertakt verwendet würden, um durch feinere Schritte näher an den Idealtakt heranzukommen. Dies wurde uns damals zwar bestätigt, doch in Ermangelung einer entsprechenden CPU konnten wir die tatsächlichen Taktraten nie nachstellen. Erst im Juli 2007 veröffentlichte AMD die Revision 3.08 seines "BIOS and Kernel Developer’s Guide", in der wir zu unserer Überraschung eine Tabelle fanden, welche die Speichertaktraten in Abhägigkeit vom Prozessortakt dokumentiert. Dort zeigt sich, dass auch die 65 nm Prozessoren ganzzahlige Teiler nutzen und sich daraus sehr ungünstige Speichertakte - insbesondere für DDR2-800 - ergeben.

CPU-Takt
in MHz
Speichertakt in MHz
200 266 333 400
1600 (90 nm) 200 266 320 320
1800 (90 nm) 200 257 300 360
1900 (65 nm) 190 238 317 380
2000 (90 nm) 200 250 333 400
2100 (65 nm) 191 263 300 350
2200 (90 nm) 200 244 314 366
2300 (65 nm) 192 256 329 383
2400 (90 nm) 200 266 300 400
2500 (65 nm) 192 250 313 357
2600 (90 nm) 200 260 325 371
2600 (65 nm) 200 260 325 371
2800 (90 nm) 200 255 311 400
3000 (90 nm) 200 250 333 375
3200 (90 nm) 200 267 320 400

Grün markierte Taktraten schöpfen den Speichertakt voll aus, schwarz markierte Taktraten weichen um 1 bis 8 Prozent vom Wunschtakt ab, ist die Abweichung größer als 8 Prozent, wurde der tatsächliche Speichertakt rot gekennzeichnet.

Weiter: 2. MSI K9N SLI Platinum: Lieferumfang und Anschlüsse

1. Hintergründe: nForce 570 SLI Chipsatz, Arbeitspeicher
2. MSI K9N SLI Platinum: Lieferumfang und Anschlüsse
3. MSI K9N SLI Platinum: Layout #1
4. MSI K9N SLI Platinum: Layout #2
5. BIOS und Overclocking
6. Kompatibilität, Stabilität und Praxisbetrieb
7. Testumgebung, Audio, USB 2.0 und IDE
8. CPU-Leistung (synthetisch)
9. Multithreaded (synthetisch)
10. Datendurchsatz von Speicher und Cache
11. Primzahlen und Pi
12. Raytracing und Rendering
13. Kompression und mp3-Encoding
14. Video-Encoding
15. 3DMark06 und F.E.A.R.
16. Riddick und UT2004
17. Fazit

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