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ASUS M2N32-SLI Deluxe WiFi (NVIDIA nForce 590 SLI) im Test - 1/19
29.08.2006 by doelf
Der komplette Artikel als Druckversion

UPDATE 21.09.2006:
Die SLI-Benchmarks im Zusammenspiel mit zwei GeForce 7900 GT basierenden Grafikkarten sind fertig! Zudem haben wir die 3D-Performance natürlich auch mit einer einzelnen GeForce 7900 GT überprüft:
AM2-Mainboards im Test - Die SLI Benchmarks




Nach unseren Launch-Artikeln zu AMDs AM2 Prozessoren und NVIDIAs nForce5 Chipsätzen möchten wir uns heute der Praxis zuwenden. Seit Wochen testen wir AM2 Mainboards mit immer neuen BIOS Versionen und diversen Speicherriegeln und nun - so dachten wir - ist der Zeitpunkt gekommen, an dem wir unsere Ergebnisse für die ersten drei Mainboards, das ASUS M2N32-SLI Deluxe, das Biostar TForce 590 SLI Deluxe und das MSI K9N SLI Platinum, präsentieren können. Doch leider haben uns neue BIOS-Versionen einen Strich durch diese Rechnung gemacht. Beim Backup (nicht beim Flash-Vorgang!) des Award-BIOS auf dem Biostar TForce 590 SLI Deluxe verabschiedete sich der BIOS-Chip und das Mainboard wartet nun auf einen neuen BIOS-Baustein. Beim MSI K9N SLI Platinum sah der Test soweit ganz gut aus, doch mit vier Speicherriegeln war partout kein stabiler Betrieb möglich. MSI hat nun das BIOS 1.3 bereitgestellt, mit dem wir derzeit abermals sämtliche Speicherkonfigurationen validieren. Aus diesem Grund stellen wir heute lediglich das ASUS M2N32-SLI Deluxe vor.


Fotostrecke mit weiteren und größeren Fotos...

Um es klar zu sagen: Wir hatten uns den Wechsel zum Sockel AM2 und DDR2-Arbeitsspeicher leichter vorgestellt. Von Intels Sockel LGA775 waren wir gewohnt, dass DDR2-Speicher problemlos funktioniert und selbst Taktraten von 400 MHz (DDR2-800) und mehr problemlos möglich sind. Auch die Prozessoren für den Sockel AM2 unterstützen den schnellen DDR2-800 Arbeitsspeicher, doch zum Zeitpunkt des Launches Ende Mai waren die Mainboards noch sehr wählerisch, was DDR2-Speicher betraf. Nach einigen BIOS-Versionen hat sich dieses Problem deutlich entschärft, dennoch darf man auch heute noch nicht davon ausgehen, dass sich jedes Marken-Mainboard mit jedem DDR2-Markenspeicher einwandfrei kombinieren läßt. Wir werden im Rahmen dieses Testberichtes sechs Speicherpärchen von ADATA, Corsair, G.Skill, Muskin und Super Talent einsetzen, um jedem Mainboard eine faire Chance zu geben.

DDR2-800 und der Timing Mode
Doch nicht nur fühe BIOS-Versionen stellen ein Problem dar, auch AMDs "BIOS and Kernel Developer's Guide for AMD NPT Family 0Fh Processors" barg unerwartete Überraschungen. Das Dokument stammt von Mai 2006, fand aber erst Ende Juli seinen Weg zu uns und auf AMDs Server. Bis wir dieses Dokument in den Händen hielten, waren wir davon ausgegangen, dass zwei Riegel DDR2-800 Speicher auch mit einer Command Rate, oder wie AMD es nun richtiger Weise bezeichnet: Timing Mode, von 1T betrieben werden können. Im Test funktioniert dies ab und zu, aber zumeist sahen wir Speicherfehler und Abstürze. Die Antwort steckt im "BIOS and Kernel Developer's Guide for AMD NPT Family 0Fh Processors":

Speicher A1+B1 A2+B2 Timing
DDR2-400 - belegt 1T
DDR2-400 belegt belegt 2T
DDR2-533 - belegt 1T
DDR2-533 belegt belegt 2T
DDR2-667 - belegt 1T
DDR2-667 belegt belegt 2T
DDR2-800 - belegt 2T
DDR2-800 belegt belegt 2T

Wie man in der Tabelle sieht, ist DDR2-800 nur mit in Kombination mit einem Timing Mode von 2T möglich. Doch es gibt auch erfreuliche Nachrichten: Selbst bei einer Vollbestückung beider Slots der Kanäle A und B kann immer noch DDR2-800 gefahren werden. Auch hier gab es in der Praxis massive Probleme, welche mit dem Erscheinen neuer BIOS Versionen ebenfalls deutlich gelindert wurden.

Speichertakt: Von Wünschen und Tatsachen
Mit der Steigerung des Speichertaktes auf bis zu 400 MHz (DDR2-800) bekam der Speichercontroller der AM2-Prozessoren mit seinen ganzzahligen Teilern ein Problem: Die Taktraten der verschiedenen Prozessoren lassen zumeist nicht den vollen Takt von DDR2-533, DDR2-677 und DDR2-800 zu. Doch wie kommt man an den Multiplikator? Man nehme den CPU-Takt und teile ihn durch den gewünschten Speichertakt. Hat dieses Ergebnis Nachkommastellen, rundet AMD immer zum nächsthöheren, ganzzahligen Wert auf (Ceil-Funktion). Dieser Wert ist der Multiplikator. Da der Multiplikator aufgerundet wird, kommt es bei zahlreichen Konfigurationen zu einem niedrigeren Speichertakt als gewüscht.

Ein Beispiel: Da alle X2 3800+ Modelle mit 2 Ghz arbeiten, kommen sie perfekt mit DDR2-400, DDR2-667 und DDR2-800 zurecht, lediglich bei DDR2-533 fehlen 16 MHz auf den Wunschtakt:

  • CPU-Takt 2000 MHz:
    • DDR2-400 gewünscht: 2000 / 200 = 10
      => tatsächlicher Speichertakt: 2000 / 10 = 200 MHz (DDR2-400)
    • DDR2-533 gewünscht: 2000 / 266,66 = 7,50
      => tatsächlicher Speichertakt: 2000 / 8 = 250 MHz (DDR2-500)
    • DDR2-667 gewünscht: 2000 / 333,33 = 6
      => tatsächlicher Speichertakt: 2000 / 6 = 333 MHz (DDR2-666)
    • DDR2-800 gewünscht: 2000 / 400 = 5
      => tatsächlicher Speichertakt: 2000 / 5 = 400 MHz (DDR2-800)

Die im 65 nm Prozess gefertigten Modelle beherrschen halbe Teiler für den Prozessortakt. Zur Einführung dieser Prozessoren Ende 2006 hatten wir AMD die Frage gestellt, ob diese halben Teiler auch für den Speichertakt verwendet würden, um durch feinere Schritte näher an den Idealtakt heranzukommen. Dies wurde uns damals zwar bestätigt, doch in Ermangelung einer entsprechenden CPU konnten wir die tatsächlichen Taktraten nie nachstellen. Erst im Juli 2007 veröffentlichte AMD die Revision 3.08 seines "BIOS and Kernel Developer’s Guide", in der wir zu unserer Überraschung eine Tabelle fanden, welche die Speichertaktraten in Abhägigkeit vom Prozessortakt dokumentiert. Dort zeigt sich, dass auch die 65 nm Prozessoren ganzzahlige Teiler nutzen und sich daraus sehr ungünstige Speichertakte - insbesondere für DDR2-800 - ergeben.

CPU-Takt
in MHz
Speichertakt in MHz
200 266 333 400
1600 (90 nm) 200 266 320 320
1800 (90 nm) 200 257 300 360
1900 (65 nm) 190 238 317 380
2000 (90 nm) 200 250 333 400
2100 (65 nm) 191 263 300 350
2200 (90 nm) 200 244 314 366
2300 (65 nm) 192 256 329 383
2400 (90 nm) 200 266 300 400
2500 (65 nm) 192 250 313 357
2600 (90 nm) 200 260 325 371
2600 (65 nm) 200 260 325 371
2800 (90 nm) 200 255 311 400
3000 (90 nm) 200 250 333 375
3200 (90 nm) 200 267 320 400

Grün markierte Taktraten schöpfen den Speichertakt voll aus, schwarz markierte Taktraten weichen um 1 bis 8 Prozent vom Wunschtakt ab, ist die Abweichung größer als 8 Prozent, wurde der tatsächliche Speichertakt rot gekennzeichnet.

Weiter: 2. Leistungsvergleich Sockel 939 vs. AM2: CPU und Speicher

1. Die AM2 Prozessoren und der Arbeitsspeicher
2. Leistungsvergleich Sockel 939 vs. AM2: CPU und Speicher
3. Leistungsvergleich Sockel 939 vs. AM2: 3D und Encoding
4. ASUS M2N32-SLI Deluxe: Lieferumfang
5. ASUS M2N32-SLI Deluxe: Layout #1
6. ASUS M2N32-SLI Deluxe: Layout #2
7. BIOS und Overclocking
8. Kompatibilität, Stabilität und Praxisbetrieb
9. Testumgebung, Audio, USB 2.0 und IDE
10. CPU-Leistung (synthetisch)
11. Multithreaded (synthetisch)
12. Datendurchsatz von Speicher und Cache
13. Primzahlen und Pi
14. Raytracing und Rendering
15. Kompression und mp3-Encoding
16. Video-Encoding
17. 3DMark06 und F.E.A.R.
18. Riddick und UT2004
19. Fazit

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