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Preview: Intel 975X Chipsatz und Pentium 4 672, 662 mit Intel Virtualization Technology - 1/2
14.11.2005 by doelf
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Mit dem 975X Chipsatz reagiert Intel auf NVIDIAs und ATis Multi-GPU Techniken. Während Intel bei den Chipsätzen 955X und 945P/G nur eine PCI-Express X16 Grafikkarte unterstützt, bieten ATi und NIVIDIA die Möglichkeit, zwei Grafikkarten im x8-Betrieb zu nutzen und durch CrossFire bzw. SLI die Grafikleistung zu steigern. Mit dem nForce 4 SLI X16 Chipsatz hat NVIDIA seit Juni sogar ein Pferd im Stall, welches beiden Grafikkarten jeweils 16 PCI-Express Lanes zur Verfügung stellt.

Die Mainboard-Hersteller erkannten früh eine Nachfrage nach Mainboards mit Intel Chipsatz für mehr als eine PCI-Express Grafikkarte und bastelten sich den zweiten PEG-Slot mit den 4 PCI-Express Lanes der Southbridge. Anhand des Asus P5LD2 Deluxe konnten wir vor einigen Wochen demonstrieren, daß der SLI-Betrieb zweier NVIDIA-Grafikkarten sehr wohl auf einem Intel 945P basierenden Mainboard möglich ist. Allerdings wird bereits eine GeForce 6600 GT durch die Reduzierung der Bandbreite auf 4 PCI-Express Lanes ausgebremst, zudem stellt sich ein Lizenzproblem: Selbst wenn CrossFire und SLI technisch möglich sind, schieben die Treiber einen Riegel vor solche Experimente, da Intel nicht über die entsprechenden Lizenzen verfügt.

Mit dem 975X Chipsatz bietet Intel nun offiziell die Möglichkeit, wahlweise eine Grafikkarte mit 16 PCI-Express Lanes oder zwei Grafikkarten mit je 8 PCI-Express Lanes zu versorgen. Intel gelingt dies durch die Integration zweier PCI-Express Controller in die MCH, welche jeweils 8 PCIe-Lanes bieten, sich alternativ aber auch zusammenfassen lassen. Damit erfüllt Intel die Vorgaben, welche auch ATi bei seiner CrossFire Plattform und NVIDIA beim nForce 4 SLI nutzt. Die flexiblere PCI-Express Architektur der MCH ist dann aber auch schon der einzige Unterschied, welchen wir im Vergleich zum 955X Chipsatz ausmachen können. Bei der Southbridge bleibt sowieso alles wie gehabt, denn es wird weiterhin die ICH7/R eingesetzt:

  Intel
945P/G
Intel
955X
Intel
975X
Front Side Bus 533/800/1066 800/1066 800/1066
Dual Core ja ja ja
Hyper-Threading ja ja ja
PCI Express x16 1x (MCH) 1x (MCH) 1x x16
oder: 2x x8
PCI Express x1 6x (ICH) 6x (ICH) 6x (ICH)
AGP 8x nein nein nein
PCI 6x 6x 6x
DDR/DDR-2 nein/ja nein/ja nein/ja
max. DDR2-Takt 667 667 667
max. Memory 4 GB 8 GB 8 GB
Dual Channel ja ja ja
ECC nein ja ja
Memory Pipeline Technology nein ja ja
Direct Media Interface (DMI) 2 GB/s 2 GB/s 2 GB/s
ATA100 (Geräte) 1x (2) 1x (2) 1x (2)
SATA150/300 -/4 -/4 -/4
Matrix Storage nur ICH7R nur ICH7R nur ICH7R
USB 2.0 8 8 8
HD Audio ja ja ja
Grafik nur 945G nein nein
Gigabit LAN/Firewall nein nein nein

Intel nennt in seinen Dokumenten weder die Marke "CrossFire" noch "SLI", es ist daher noch ungewiß, ob und welche dieser beiden Techniken der 975X unterstützen wird. Ich zitiere Intels Angaben zu diesem Thema:

"The PCI Express architecture enables increased bi-directional bandwidth to the graphics and I/O interfaces. With multiple PCI Express controllers to support flexible I/O, the dual x8 and/or single x16 graphics ports deliver outstanding system performance for high-end gamers, power users, and multimedia creation enthusiasts."

Möglicherweise bleibt es auch den Mainboard-Herstellern überlassen, ob sie ihre Produkte bei ATi oder NVIDIA entsprechend lizensieren lassen. So scheint zumindest Asus beim P5WD2 Premium und P5WD2 (beide mit Intel 955X Chipsatz) verfahren zu sein, denn beide Mainboards beherrschen im Zusammenspiel mit dem neuesten BIOS ATis CrossFire Technologie.

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Preview: Intel 975X Chipsatz und Pentium 4 672, 662 mit Intel Virtualization Technology - 2/2
14.11.2005 by doelf
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Doch Intel stellt heute nicht nur den 975X Chipsatz vor, sondern führt auch die Intel Virtualization Technology, vormals als Vanderpool VT bekannt, auf dem Desktop-Markt ein. Intel ist damit der weltweit erste Hersteller, der eine solche Technologie auf den Desktop-Markt bringt, AMDs Pacifica wird erst für das zweite Quartal 2006 erwartet. Die Virtualisierung der CPU erlaubt es, auf einem PC gleichzeitig mehrere Betriebssysteme unabhängig und abgeschottet voneinander zu betreiben. Jedes Betriebssystem arbeitet innerhalb seiner eigenen Partition (bzw. Container).

So kann beispielsweise ein Container zum Surfen im Internet genutzt werden, während ein zweiter der Bearbeitung wichtiger Daten vorbehalten bleibt und keinerlei Internetzugriff erlaubt. Im Geschäftsbereich kann ein Container für kritische Sicherheitsprogramme und Management-Dienste genutzt werden, während der Angestellte davon abgekoppelt ungestört arbeiten kann und dabei keinerlei Zugriff auf den ersten Container hat. Denkbar wäre auch der Einsatz von Spam-Filtern, Virenschutz- und Firewall-Programmen, welche Netzwerkdaten filtern, bevor sie an den Arbeits-Container weitergereicht werden.

Die ersten Desktop-Prozessoren, welche die Intel Virtualization Technology beherrschen, sind die Pentium 4 Prozessoren 672 und 662. Beide Prozessoren werden im 90 nm Prozess gefertigt, verfügen über 2 MB Level 2 Cache, 800 MHz Frontsidebus, HyperThreading und EM64T. Der Intel Pentium 4 672 taktet mit 3,8 GHz, das Modell 662 mit 3,6 GHz. Die Preise liegen bei einer Abnahme von 1000 Einheiten bei 401 bzw. 605 US-Dollar. Erste Komplettsysteme mit diesen CPUs sind ab sofort von Acer, Founder, Lenovo und TongFang erhältlich.

Für den Serverbereich hatte Intel bereits am 1.11. die Dual-Core Xeon Prozessoren der 7000er Serie (vormals als "Paxville MP" bekannt) vorgestellt, welche ebenfalls die Intel Virtualization Technology bieten. Diese CPUs sind mit Taktraten von bis zu 3,0 GHz erhältlich. 2006 sollen dann Dual-Core CPUs für den Geschäftsbereich (Plattform-Codename "Averill") und Mobil-CPUs der Pentium M Reihe mit Intels Virtualization Technology ausgestattet werden. Mitte 2006 wird diese Technologie dann auch die Itanium-Plattform erreichen.

Fazit
Der 975X Chipsatz unterscheidet sich kaum von seinem Vorgänger 955X. Die wesentliche Neuerung ist die Möglichkeit, zwei PCI-Express Grafikkarten mit jeweils 8 PCI-Express Lanes zu betreiben. Dies verspricht eine bessere Leistung als die Kückenlösung mit einem PCI-Express x16 und einem PCI-Express x4 Steckplatz, wie sie einige Mainboard-Hersteller mit dem 955X und 945P verwirklicht haben. Ob Mainboards mit 975X Chipsatz jedoch auch offiziell CrossFire und/oder SLI unterstützen werden, ist am heutigen Tage noch völlig unklar.

Wichtiger erscheint uns heute Intels Virtualisierungs Technologie. In Bezug auf Stabilität und Sicherheit eröffnen sich hier völlig neue Möglichkeiten, die sich vor allem an Geschäftskunden richten. Zwar kann auch der Privatnutzer von dieser Technik profitieren, doch hier entscheiden meist Preis und Leistung und nicht Sicherheit und Stabilität. Dennoch: Wir sind uns sicher, daß die Virtualisierung der Computerplattformen in Zukunft eine immer wichtigere Rolle spielen wird.

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