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Preview: NVIDIA GeForce 7950 GX2 - 1/4
05.06.2006 by doelf
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Mehr Chips, mehr Leistung?
Bevor NVIDIA das Scalable Link Interface (SLI) vorstellte, hatte es im Consumer-Sektor bereits einige Grafikkarten mit mehr als einem Grafikchip gegeben. Angefangen bei der 3dfx Voodoo 5 5000 und 5500 von 3Dfx über ATis Rage Fury MAXX bis hin zur Volari Duo von XGI haben sich die Hersteller immer wieder bemüht, mehr Leistung durch die Verteilung der Rechenlast auf mehrere Grafikchips zu erzielen. Dies gelang manchmal besser (Voodoo 5), meist aber eher schlechter (Rage Fury MAXX, Volari Duo) und immer waren solche Grafikkarten vergleichsweise teuer und es gab einen Mitbewerber, der mehr Leistung mit Hilfe einer einzelnen GPU preiswerter verwirklichen konnte. Das Erfolgsrezept von SLI besteht darin, daß Grafikchips aller Leistungsklasse in Form von zwei Karten kombiniert werden können. NVIDIA ermöglicht somit selbst auf allerhöchstem Niveau noch eine Leistungssteigerung und der Kunde kauft nicht nur eine, sondern zwei komplette Grafikkarten, was nicht nur eine gute Einnahmequelle ist, sondern bei vielen Käufern auch die Hemmschwelle vor einer solch kostspieligen Anschaffung senkt - man bekommt schließlich zwei Grafikkarten für sein Geld. Es wird einige Leser überraschen, aber SLI wurde bereits 1998 vorgestellt. Damals stand die Abkürzung noch für Scanline Interleaving und bezeichnete das Verfahren, welches 3dfx Interactive zur Kopplung mehrerer Grafikchips verwendete. 3dfx Interactive wurde im Dezember 2000 von NVIDIA übernommen.
SLI mit einer Grafikkarte
Wer dachte, daß nun, da die Zusammenarbeit zweier Grafikchips als SLI-Verbund erfolgreich funktionierte, die Bestrebungen, mehrere Chips auf einer einzelnen Grafikkarte zu verbauen, gestorben seien, sah sich getäuscht. Gigabyte brachte mit der Dual-GPU 3D1 ein Modell mit zwei GeForce 6600 GTs auf den Markt, Asus zeigte zunächst eine GeForce 6800 Ultra DUAL, die jedoch vom Fluch des schnelleren Einzelchips (GeForce 7800 GT) getroffen wurde. Asus nutzte seine Erfahrungen danach für die Extreme N7800GT Dual, die zumindest in limitierter Auflage angeboten wurde. Der Vorteil einer solchen Grafikkarte liegt auf der Hand: Wird sie tatsächlich in Massen produziert, sind die Anschaffungskosten und der Platzbedarf im PC geringer, zudem kann man sich von seinen Mitbewerbern absetzen - was den Herstellern von Grafikkarten im Hochleistungsbereich derzeit sehr schwer fällt - und der Weg in Richtung Quad-SLI wird geebnet. Letzteres wurde von NVIDIA Anfang dieses Jahres zum Ziel erklärt, da vier Grafikkarten aber selbst NVIDIA ein wenig nach Overkill aussehen, mußte eine neue Lösung her, und diese stellen wir heute vor: Die GeForce 7950 GX2.
Eckdaten der GeForce 7950 GPU
Machen wir uns nichts vor: Die Grafikkarten, welche wir heute in den Kartons diverser Hersteller finden und die alle annähernd gleichviel kosten, sind meist die Referenzmodelle der jeweiligen Chiphersteller. So ist es nur konsequent, daß NVIDIA heute keinen neuen Grafikchip, sondern die - nach eigenen Angaben - schnellste Grafikkarte präsentiert. Die GeForce 7950 GX2 wird natürlich über die bekannten Partner vertrieben und soll ab sofort im Handel erhältlich sein. Auf der Karte werkeln zwei GeForce 7950 GPUs mit je 278 Millionen Transistoren, die im 90 nm Prozess hergestellt werden und laut NVIDIA nicht mehr als 143 Watt verbrauchen.
| Chip | GPU Takt | Speicher Takt | Speicher- bandbreite | Speicher- interface | Pixel/ Vertex | Shader Modell | DX |
| GF 7950 GX2 | 500 MHz | 600 MHz | 76.8 GB/s | 2x 256 Bit | 2x 24/8 | 3.0 | 9 |
| GF 7900 GTX | 650 MHz | 800 MHz | 51.2 GB/s | 256 Bit | 24/8 | 3.0 | 9 |
| GF 7900 GT | 450 MHz | 660 MHz | 42.24 GB/s | 256 Bit | 24/8 | 3.0 | 9 |
| GF 7800 GTX 512 | 550 MHz | 850 MHz | 54.4 GB/s | 256 Bit | 24/8 | 3.0 | 9 |
| GF 7800 GTX | 430 MHz | 600 MHz | 38.4 GB/s | 256 Bit | 24/8 | 3.0 | 9 |
| GF 7800 GT | 400 MHz | 500 MHz | 32.0 GB/s | 256 Bit | 20/7 | 3.0 | 9 |
| Radeon X1900 XTX | 650 MHz | 775 MHz | 49.6 GB/s | 256 Bit | 16/8 | 3.0 | 9 |
| Radeon X1900 XT | 625 MHz | 725 MHz | 46.4 GB/s | 256 Bit | 16/8 | 3.0 | 9 |
| Radeon X1800 XT | 625 MHz | 750 MHz | 48.0 GB/s | 256 Bit | 16/8 | 3.0 | 9 |
| Radeon X1800 XL | 500 MHz | 500 MHz | 32.0 GB/s | 256 Bit | 16/8 | 3.0 | 9 |
Im Gegensatz zur GeForce 7900 GTX und GeForce 7900 GT, die Chip- und Vertex-Einheit unterschiedlich takten (mit 650/700 bzw. 450/470 MHz), arbeitet die GeForce 7950 GPU mit 500 MHz Chip- und Vertex-Takt sowie 600 MHz Speichertakt. Die Leistung einer einzelnen GeForce 7950 GPU dürfe also nur knapp über der einer GeForce 7900 GT liegen (450/660 MHz) liegen.
Preview: NVIDIA GeForce 7950 GX2 - 2/4
05.06.2006 by doelf
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Die GeForce 7950 GX2: Neue Regeln
NVIDIA stellt mit der Einführung der GeForce 7950 GX2 einige SLI-Regeln auf den Kopf, welche wir kurz zusammenfassen wollen:
Da es sich bei der GeForce 7950 GX2 um eine "ganz normale" PCI-Express Grafikkarte handelt, fällt natürlich die Bindung an NVIDIA Chipsätze weg. NVIDIA hat eine ganze Reihe von Mainboards in Hinblick auf die Kompatibilität mit der GeForce 7950 GX2 getestet und auf dieser Liste finden sich auch Mainboards mit Chipsätzen von ATi, Intel und VIA, aber keine Platinen mit SiS oder ULi Unterbau:
Obwohl Mainboards wie das Gigabyte GA-8N SLI Quad Royal mit vier PCI-Express x16 Slots daherkommen, wird Quad-SLI ab sofort nur noch in Form zweier GeForce 7950 GX2 Karten unterstützt:
"Quad SLI is still the ultimate high-definition gaming platform, but this option is ONLY available through System Builders that use two GeForce 7950 GX2 cards."
NVIDIA will bei Quad-SLI keine wilden Experimente mehr sehen und die "ultimative Plattform für Spieler" durch klar definierte Vorgaben endlich ins Rollen bringen.
SLI und Multi-Monitor Betrieb
Auch wenn es sich bei der GeForce 7950 GX2 um eine einzelne Grafikkarte handelt, muß man auch weiterhin zwischen Multi-GPU und Mutli-Monitor Betrieb wählen. Wer mehrere Bildschirme gleichzeitig verwenden möchte, muß solange auf die zweite GPU verzichten. Wie gehabt kann der Betriebsmodus im Treiber umgeschaltet werden.
Technisch nichts Neues
Wer weitere Innovationen erwartet, wird enttäuscht: Die GeForce 7950 GX2 entspricht technisch jeder anderen GeForce 7900 GPU. Wir werden hier nicht noch einmal auf "Extreme HD Resolutions" von bis zu 2560x1600 Bildpunkten, NVIDIAs Videobeschleunigung "PureVideo" mit H.264-Unterstützung, Transparency Antialiasing oder High Dynamic Range Rendering (HDR) eingehen und verweisen stattdessen auf folgende Artikel:
Preview: NVIDIA GeForce 7950 GX2 - 3/4
05.06.2006 by doelf
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Die Karte: GeForce 7950 GX2
Zielten bisher alle Versuche zwei NVIDIA GPUs auf einer Grafikkarte anzubieten, darauf ab, die Grafikchips nebeneinander auf einer Platine anzuordnen, ändert sich dies nun: NVIDIA hat erkannt, daß die Abmessungen aktueller Grafikkarten nicht weiter gesteigert werden können und arbeitet daher mit zwei Platinen, die quasi einen Doppeldecker bilden. Die Strategie, eine zweite Platine huckepack zu montieren, ist dabei nichts Neues und wird bei Profilösungen im Workstationbereich bereits seit vielen Jahren praktiziert.
Die beiden Platinen sind mit Abstandshaltern miteinander verschraubt, so daß eine Grafikkarte entsteht, die im PC zwei Slots belegt. Um die untere Platine besser belüften zu können, hat NVIDIA die Slotblende mit Belüftungsschlitzen versehen.
Durch die Stapelbauweise ist die Platine der GeForce 7950 GX2 zwar nicht größer geworden, aber auch nicht kleiner. Die GPU und der Kühler rücken weit nach rechts, wo der Kühler auch die Luft anzieht.
Die untere Platine besitzt einen SLI-Finger, mit dessen Hilfe sich ein Quad-SLI Verbund erstellen läßt. Die obere Platine wurde mit einem 6-Pin Stromanschluß versehen um die 143 Watt Leistungsaufnahme zu ermöglichen.
NVIDIA platziert die GeForce 7950 GX2 in der Preisklasse zwischen 599 und 649 US-Dollar, die GeForce 7900 GTX wird derzeit mit 499 US-Dollar gehandelt. Wie in dieser Preisklasse üblich bietet NVIDIA zwei DVI-Anschlüsse und einen HDTV-Ausgang.
Preview: NVIDIA GeForce 7950 GX2 - 4/4
05.06.2006 by doelf
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ForceWare Release 90
ATis Catalyst Control Center ist durchaus umstritten. Während einige Benutzer die anschauliche Aufbereitung der Grafikkarten-Funktionen schätzen, empfinden andere den Catalyst Control Center als umständlich und langsam. NVIDIA führt mit der ForceWare Release 90 nun ebenfalls ein neues Control Panel ein, glücklicherweise hat man aber die Wahl, ob man das alte oder das neue Control Panel nutzen möchte.
Fazit
Mit der GeForce 7950 GX2 präsentiert NVIDIA die derzeit schnellste Grafikkarte. Dies gelingt allerdings nicht durch die Verwendung des schnellsten Grafikchips, sondern durch die Kombination zweier schneller Chips zu einem SLI-Gespann. Da SLI nun auch mit einer einzelnen Grafikkarte möglich ist, schaltet NVIDIA den SLI-Betrieb mit einer GeForce 7950 GX2 auch für die Chipsätze von Fremdherstellern frei. Das ist unserer Meinung nach ein erster Schritt in die richtige Richtung.
Der GeForce 7950 Grafikchip arbeitet in einer Leistungsklasse, in der SLI durchaus Sinn macht: Die GeForce 7950 GX2 ist schneller als eine GeForce 7900 GTX. Zudem kann es bei zwei Chips auf einer Karten nicht zu Problemen durch unterschiedliche Revisionen und Taktraten kommen, die beim Betrieb zweier Grafikkarten zuweilen auftreten. Auch der Stromverbrauch hält sich mit 143 Watt durchaus noch in Grenzen. Der Preis ist allerdings nur leidlich attraktiv: Eine GeForce 7900 GT kostet ca. 300 €, zwei solcher Karten schlagen mit 600 € zu Buche. Eine solche SLI-Kombi sollte in etwa die Leistung einer GeForce 7950 GX2 erzielen. Da NVIDIA die GeForce 7950 GX2 in der Preisklasse zwischen 599 und 649 US-Dollar platziert, wird sich der Preisvorteil in Grenzen halten. Dennoch: Die GeForce 7950 GX2 ist das bisher rundeste SLI-Produkt und im Vergleich zu einem GeForce 7900 GT Doppel die bessere Wahl.
Wir sind sehr gespannt, wie sich diese Karte in der Praxis schlagen wird.
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