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CeBIT 2007 - Vorwort - 1/1
Die CeBIT in der Krise?
"Die CeBIT der Zukunft wird eine ganz andere Veranstaltung sein", sagte Ernst Raue, Vorstandsmitglied der Deutsche Messe AG in Hannover, Anfang März. Der Veranstalter der CeBIT will erkannt haben, dass der Messe ihr Profil verloren gegangen ist. Durch die Vermischung von Computer, Telekommunikation und Unterhaltungselektronik sei ein Gemenge entstanden, welches mit vielen anderen Messen - wie z.B. der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin oder die Mobilfunkmesse 3GSM in Barcelona - im Wettbewerb steht. Die CeBIT soll sich ab 2008 wieder als Fachmesse präsentieren, am Dienstag ihre Tore öffnen und diese am Sonntag wieder schließen. Dadurch würde die Messe um einen Tag verkürzt werden. Viele Hersteller, mit denen wir sprachen, halten die Probleme eher für hausgemacht. Generell wurden die Preise beklagt, wobei es nicht nur um Stand- und Hotelkosten ging. Ein 2 Mbit/s DSL-Anschluss am Messestand (für einen einzelnen PC) soll angeblich 1250 Euro kosten, eine Stunde W-LAN Nutzung schlägt für die Besucher mit 10 Euro zu Buche und eine Tageskarte kostet 38 Euro an der Tageskasse. Somit könnte es für den einen oder anderen Hersteller günstiger sein, potentielle Kunden und Journalisten zu einer Hausmesse einzufliegen, statt auf der CeBIT einer unter vielen zu sein. Zudem ist der multimediale Mischmasch, welchen die Deutsche Messe anscheinend als Ursache für die Profillosigkeit diagnostiziert, symptomatisch für die ganze Branche. Das Mobiltelefon ist ein Fernseher und zugleich eine Foto- und Videokamera, der Fernseher ist mit dem Internet verbunden und in der Kühlschranktür wurde wiederum ein Fernseher mitsamt digitalem Einkaufszettel integriert. Bereits 1998 versuchte die CeBIT, den Spagat zwischen Fachmesse und Publikumsevent aufzulösen, indem man die Unterhaltungselektronik in die CeBIT Home ausgliederte. Zwei Jahre später wurde die CeBIT Home aus Mangel an Interesse wieder zu den Akten gelegt. Es stellt sich für uns die Frage, ob sich die CeBIT wirklich neu erfinden muss, oder schlicht und einfach durch attraktive Angebote an die Aussteller und Besucher den Wettbewerb mit anderen Veranstaltungen annehmen sollte. Und die ersten Zahlen für die CeBIT 2007 sehen auch alles andere als schlecht aus: An den ersten drei Messetagen verzeichneten die Veranstalter mehr als 200.000 Besucher, was einem Zuwachs von zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht.
Unser Messerundgang
Unser Fazit Wir haben keine Trendwende gesehen, wir haben keine Produktvorstellung gesehen und wir konnten nicht erkennen, wie sich die CeBIT in Zukunft von ihren Mitbewerbern absetzen will. Insbesondere der Bereich Computer-Hardware nimmt sich auf der Messe immer weiter zurück, so dass die CeBIT für uns ziemlich fade blieb. Zugegeben: Wir führten interessante Gespräche und sahen attraktive Produkte, doch ohne echte Neuheiten fehlt einfach das Salz in der Suppe. Anregungen, Vorschläge oder Kritik? Diesen Bericht diskutieren... |
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